Gelegentlich gibt es Verwirrungen, was mit einem bestimmten Begriff gemeint ist. Daher möchte ich hier ein paar Begriffe erläutern.
MTB
MTB ist die Abkürzung für Mountain-Bike. Dies sind Räder, die für den Einsatz abseits von befestigten Wegen entwickelt wurden. Sie verfügen über eine andere Rahmen-Geometrie wie andere Räder und sind in der Regel mit breiten Stollen-Reifen ausgestattet. Normalerweise haben sie keine Schutzbleche, keine Beleuchtung, keinen Gepäckträger und keine Fahrradständer. Sie haben meist eine gefederte Gabel und können, müssen aber nicht, auch einen gefederten Hinterbau haben.
Fully
Häufig wird ein Fully mit einem vollgefederten Mountain-Bike gleich gesetzt. So habe ich letztens gelesen: „du kannst doch an ein Fully keine Schutzbleche dran machen!“.
Das ist aber zu kurz gedacht. Ein Fully ist ein Fahrrad mit einer Vollfederung, d.h. mit einer gefederten Gabel und einem gefederten Hinterbau.
Somit sind unsere beiden Räder – siehe Betragsbild – beide Fullys – sowohl Dieter’s Tiefeinsteiger, das Riese-Müller Hommage, als auch mein SUV, das Centurion Lhasa.
SUV
Damit sind wir schon beim nächsten Begriff, den kennt man ja bereits aus der Automobil-Branche. Da wird als SUV (Sport-Utility-Vehicle) ein komfortabler Geländewagen bzw. ein höher gelegter Allrad-PKW gemeint.
Im Fahrrad-Bereich versteht man unter einem SUV ein voll-ausgestattetes Mountain-Bike, also ein MTB mit Schutzblechen, Beleuchtung, Gepäckträger und Ständer.
Allerdings sind SUV-Bikes in der Regel keine „Hard-Core-MTBs“ sondern Fahrräder, die von der Geometrie her eher nicht für den ganz harten Gelände-Einsatz gedacht sind. Sie eignen sich gut für Touren mit oder ohne Gepäck auf überwiegend unbefestigten Wegen.
Trotzdem sind sie durchaus auch mal für Geländestrecken geeignet.
Mein Centurion Lhasa ist ein Beispiel für ein e-SUV.
Hardtail
Ein Hardtail ist ein Mountain-Bike ohne hintere Federung. Der Begriff wird verwendet um bei MTBs vollgefederte Räder von solchen nur mit Federgabel zu unterscheiden.
Hardtails sind meistens reinrassige Mountain-Bikes für den anspruchsvollen Geländeeinsatz.
Gravel-Bike
Ein Gravel-Bike ist zu erst mal ein geländegängiges Rennrad für den Einsatz auf unbefestigten Wald-, Feld- und Schotter-Wegen. Daher auch der Name: Gravel ist der englischsprachige Begriff für Schotter.
Häufig ist die Rahmengeometrie leicht verändert, vor allem die Gabel und der Hinterbau sind breiter um Platz für breitere Reifen zu bieten. Die Sitzposition kann etwas komfortabler ausgelegt sein, als bei einem reinrassigen Rennrad.
Die meisten Gravel-Bikes haben leicht modifizierte Rennlenker, sog. Drop Bars, die nach unten hin breiter werden. Gelegentlich gibt es aber auch flache, breite Lenker, die manche Fahrer als komfortabler schätzen.
Gravel-Bikes werden gerne für Bike-Packing-Touren verwendet, daher verfügt der Rahmen oft über diverse Befestigungs-Punkte, um Packtaschen zu befestigen.
Touren-Rad
Der Name sagt es bereits aus: diese Räder werden für lange, mehrtägige Rad-Touren entwickelt. Sie sind stabil und mit Beleuchtung, Schutzblechen einem Radständer und diversen Möglichkeiten zum Gepäck-Transport ausgestattet. Auf eine komfortable Sitzposition wird in der Regel ebenfalls viel Wert gelegt.
Dieters Riese-Müller Hommage ist ein typisches Beispiel für ein komfortables E-Touren-Rad.
Rennrad
Dieser Rad-Typ braucht wohl die wenigste Erklärung: es sind Straßen-Flitzer mit tiefem Renn-Lenker, hoher Sitzposition für einen sportlichen Einsatz und schnelle Touren auf befestigten Straßen. Sie haben keine Schutzbleche, Gepäck-Möglichkeiten oder Beleuchtung und sind auf sehr schmalen, schnellen Reifen unterwegs.
City-Bike
Dieser Begriff kann für vollkommen unterschiedliche Räder verwendet werden. Zum einen können das gemütliche Tiefeinsteiger oder auch sog. Holland-Räder sein, häufig sind es aber auch sportlich ausgelegte, leichte Räder für das flotte Vorankommen in der Stadt.
Sie haben in der Regel immer eine Beleuchtung und Schutzbleche, die meisten haben zusätzlich auch einen Gepäckträger und einen Fahrradständer.
Straßen-Zulassung
Viele der hier aufgeführten Räder, z.B. MTBs, Gravel-Bikes und Rennräder, haben in der Regel keine Straßenzulassung, da sie keine Beleuchtung haben!
Daher bietet der Zubehör-Markt umfangreiche Lösungen in Form von Akku-betriebenen Front- und Rückleuchten an, die bei Bedarf dann am Rahmen angeklemmt werden können.
Fliessende Übergänge
Viele Räder „gehören“ zwar in eine Kategorie, lassen aber trotzdem einen vielfältigen Einsatz-Bereich zu. Es hängt viel von den persönlichen Vorlieben ab.
So fahren wir zum Beispiel mit zwei theoretisch vollkommen unterschiedlichen Rädern die selben Touren. Mir wäre das Riese-Müller Hommage zu schwer und die aufrechte Sitzposition mag ich nicht. Dieter wäre mein Centurion Lhasa viel zu sportlich, er geniesst den tiefen Einstieg und die komfortable Sitzposition. Trotzdem sind beide Räder uneingeschränkt für den Einsatz auf den unbefestigten Wegen hier in der Heide als auch für längere Touren geeignet.
Auch könnte ich mir durchaus vorstellen, ein Gravel-Bike zu haben, ohne deswegen irgendwelche der Strecken, die wir üblicherweise fahren, deswegen nicht nutzen zu können.