Polar Loop Gen 2

9. August 2026

Ich habe viele Jahre eine Apple Watch getragen und habe viele der Funktionen genutzt.

Allerdings habe ich sie nicht dauerhaft und nie nachts getragen, weil sie mir dafür zu groß ist und ich sie beim Schlafen als störend empfinde.

Auf der anderen Seite finde ich Aktivitäts- und Schlaf-Tracking aber sehr reizvoll.

Nachdem ich meine letzte Apple Watch (eine Ultra) vor einiger Zeit verkauft habe, habe ich mich über verschiedene Fitness-Tracker informiert.

Markt-Check

Whoop und Oura

Als „Goldstandard“ gelten das Armband von Whoop und der Oura-Ring. Beide haben einen gravierenden Nachteil: sie erfordern ein kostenpflichtiges Abo. Das Whoop-Armband selber ist kostenlos, beim Oura-Ring kommen zusätzlich noch Anschaffungs-Kosten in Höhe von mehreren hundert Euro dazu.

Fitbit Air

Seit einiger Zeit wird das Fitbit Air sehr positiv hervorgehoben. Die Datenerfassung soll wirklich gut sein, es ist kein kostenpflichtiges Abo erforderlich und es kostet nur einmalig 99 Euro. In meine Augen hat das Armband einen gravierenden Nachteil: es gehört zum Google-Imperium. Google ist eine riesige Daten-Sammel-Maschine. Man könnte jetzt argumentieren, dass das sowieso schon egal ist, da Google so oder so schon „alles“ von einem weiss. Oder man steht – so wie ich – auf dem Standpunkt, dass man diesem Konzern nicht noch mehr Daten liefern möchte.

Polar Loop

Also habe ich nach europäischen Alternativen gesucht und bin dabei auf das Polar Loop gestoßen.

Polar ist seit vielen Jahren für seine Pulsmesser, auch ich habe vor vielen Jahren das sehr ausgereifte System für meine Pferde genutzt. Die Firma stammt aus Finnland, also Europa. Und auch das Polar Loop funktioniert ohne Abo mit einer dazu passenden Smartphone App.

Das Loop war im Juli 2026 reduziert und hat nicht statt 179 Euro nur 149 Euro inkl. Versand gekostet.

Garmin Cirqa

Zwei Tage nachdem ich mein Polar Loop gekauft habe, hat Garmin das neue Garmin Cirqa auf den Markt gebracht. Es kostet 199 Euro und ist eine weitere Alternative zum Whoop-Armband ohne Abo-Zwang. Auch Garmin ist ein europäischer Konzern. Auch zu diesem Armband gibt es eine passende App.

Das Garmin Cirqa scheint mehr Daten zu liefern als das Polar Loop (zum Beispiel Sauerstoff-Sättigung) und soll zuverlässiger zu funktionieren – zumindest lassen das die ersten Tests nach einer Woche vermuten.

Allerdings wird auch beim Garmin Cirqa anscheinend kein Sensor der neuesten Generation verbaut, so dass zum Beispiel eine EKG-Funktion, wie ich sie von der Apple Watch her kenne, auch mit diesem Fitness-Tracker nicht verfügbar ist.

Erfahrungen mit dem Polar Loop

Tragekomfort

Das Band ist weich und angenehm zu tragen. Bezüglich der Größe finde ich es grenzwertig. Das Fitbit Air ist deutlich kleiner und schmaler. Es gibt das Polar Loop in verschiedenen Farben, ich habe mich für die etwas elegantere Greige-Gold-Variante entschieden.

Ich trage meine Uhr seit Jahrzehnten am rechten Handgelenk und wollte das Loop links tragen. Tatsächlich stört er mich dort aber so sehr, dass ich es rechts trage. Aufgrund meiner Gewohnheit dort eine Uhr zu tragen, spüre ich es dort überhaupt nicht, auch nicht nachts.

Nachdem ich das Loop 8 Tage nur mit kurzen Unterbrechungen getragen habe, hatte ich eine kleine Druckstelle unter dem Sensor. Dieser juckt und ist sehr unangenehm, so dass ich das Loop abgenommen habe.

Aktivitäts-Tracking

Die Aufzeichnung für Aktivitäten startet automatisch. Ich kann teilweise nicht nachvollziehen, was das Loop da aufzeichnet, so schlägt anscheinend ein Gang vom Keller in den 1. Stock (zwei Stockwerke) mit 10 Minuten Training zu Buche. Meine Vermutung: wahrscheinlich geht da kurzfristig der Puls hoch und braucht ein paar Minuten, um wieder runter zu kommen; das verbucht das Loop als Training.

Auch aus 30 Minuten Radfahren macht der Loop 50 Minuten Training, obwohl ich die Polar-App mit Komoot verbunden habe und Komoot meine Radfahr-Aktivitäten aufgezeichnet hat.

Alle Trainings-Aktivitäten werden als „Sonstige Indoor Sportart“ erfasst, das kann man in der App anschließend ändern.

Unterm Strich erfasst Polar nach meinem Eindruck deutlich mehr „Training“ als bei mir tatsächlich statt findet.

Da ich die Polar App auch mit der Arise App (zum Kalorien-Zählen) verbunden habe, hatte das zur Konsequenz, dass mir Arise deutlich zu viele Kalorien pro Tag „erlaubt“ hat!

Schlaf-Tracking

Auf das Schlaftracking war ich wirklich sehr gespannt!

Die ersten Nächte passten die Aufzeichnungen zu meinem Empfinden. Ich habe mal kürzer mal länger geschlafen und die Schlafqualität pendelte zwischen ganz gut und nicht so gut.

Als Nachteil empfinde ich, dass der Loop kleine Nickerchen tagsüber bzw. einen Mittagsschlaf nicht erkennt.

Dann habe ich eine Nacht wirklich schlecht geschlafen. Ich bin schlecht eingeschlafen und war um 2:10 wieder wach. Ich war kurz auf, war auf Toilette und habe ein Glas Wasser getrunken und mich danach wieder hingelegt. Dann habe ich mich wieder von rechts nach links gewälzt und bin gefühlt gegen 5:00 wieder eingeschlafen, um dann um 8:00 unausgeschlafen aufzuwachen.

Ich war wirklich gespannt auf die Auswertung dieser Nacht und dann sehr enttäuscht. Die zweite Schlafphase hat das Loop überhaupt nicht erfasst. Für Polar war meine Nacht um 2:10 zu Ende. Das fand ich doch sehr ernüchternd.

Fazit nach (nur) 8 Tagen

Insgesamt ist es interessant die persönlichen Daten zu erfassen und auszuwerten. Aufgrund der Mängel vor allem beim Schlaftracking aber auch bei der Aktivitäts-Erfassung werde ich das Loop aber wieder verkaufen.

Eine Rückgabe ist nur bei einem unbenutzten Loop möglich und ist daher keine Option.

Ob ich nochmal einen Versuch mit einem anderen Produkt, z.B. dem Garmin Cirqa in Angriff nehmen werde, weiss ich im Moment noch nicht.

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